Die Geschichte unserer Genossenschaft - über 100 Jahre Tradition

1910-1945 Gründungsjahre und Bautätigkeit

Gründung der ersten Bau- und Sparvereine und Baugenossenschaften

Chemnitz an der Wende zum 20. Jahrhundert - eine Stadt platzt aus allen Nähten. Wurde die Schwelle zur Großstadt gerade erst vor 17 Jahren überschritten, so steht das "Sächsiche Manchester" jetzt bereits vor der Marke von 200.000 Einwohnern. Und das Wachstum hält unvermindert an. Akuter Mangel an Wohnraum, Überbelegung und katastrophale hygienische Bedingungen trieb die Gründung von gemeinnützigen Baugenossenschaften voran.

01.08.1910 Geburtsstunde der Genossenschaft

In unmittelbarer Nachbarschaft zur expandierenden Industriemetrople Chemnitz wurde der Bau- und Sparverein Glösa gegründet. Bereits 1911 konnte das erste Zwölffamilienhaus in der Ziegeleistraße 3/5 konnte übergeben werden. Weitere Häuser an der Ziegeleistraße, Sterlstraße und Bornaer Straße folgen. 1925 zählt die Genossenschaft bereits mehr als 1500 Mitglieder.

12.02.1911 Gründung der Allgemeinen Baugenossenschaft für Chemnitz und Umgebung (ABG)

Die Genossenschaft begann 1919 mit dem Bau der Siedlungshäuser in Kappel entlang der Lützow- und Platnerstraße. Bis 1930 entstanden dort 83 Wohnhäuser mit 383 zweckmäßig eingerichteten Wohnungen.

1926 Hilbersdorfer Wohnungs- und Baugenossenschaft

Die 165 Wohneinheiten der Genossenschaft wurden zwischen 1926 - 1936 an der Terrassenstraße und Helmholtzstraße errichtet.

1945 -1990 In Nachkriegszeit und DDR

Umwandlungen, Zusammenschlüsse und Zentralisierung durch territoriale Neuordnung

Von 110.000 Wohnungen der Stadt waren 27.000 völlig zerstört. Weitere 15.000 waren schwer und 30.000 leicht beschädigt.

Arbeiterwohnungsbaugenossenschaften und Gemeinnützige Wohnungsbaugenosenschaften.

Dezember 1960 Ahornstraße

Um die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter weiter zu verbessern, beschloss der Ministerrat der DDR 1953 neue gesetzliche Regelungen zur Gründung von Arbeiterwohnungsbaugenossenschaften. Bis 1956 entstanden in Karl-Marx-Stadt sechs AWG, darunter auch einige, die für die Geschichte der SWG von Bedeutung sind. Zum Beispiel die am 15. Juli 1954 gegründete Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft "Rudolf Marek". Diese begann zum 5. Geburtstag der DDR am 7. Oktober 1954 mit dem Neubau an der Rilkestraße in der Eisenbahnersiedlung in Borna. Kurze Zeit später folgten mehrere Wohngebäude an der Zeißstraße. Weitere Genossenschaften waren die AWG "Aufbau", die AWG "Solidarität" die AWG "8. Mai" und die AWG "Einheit".
In einem weiteren Schritt zur "sozialistischen Umgestaltung" wurden ab 1957 alle vor 1945 gegründeten zu gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaften umgewandelt.

Industrialisierung des Bauens

Um den Wohnungsbau weiter zu beschleunigen, wurden zentral Wohnungstypen entwickelt. Die ersten Häuser in dieser genormten Großblockbauweise wurden ab 1958 von der AWG "Rudolf Marek" an der Stollberger Straße errichtet.
Der zweite Schritt der Industrialisierung war der Übergang zur Plattenbauweise. In den letzten Jahren wurden hier nicht nur einzelne Wände, sondern ganze Raumzellen vorgefertigt.

Konzentration und Umverteilung

Anfang der 1970 er Jahre existierten noch 11 AWG in Karl-Marx-Stadt. Im Zuge einer territorialen Neuordnung sollten diese auf 4 Genossenschaften entsprechend der Stadtbezirke zentralisiert werden. Die kleinen Genossenschaften wurden aufgelöst und größeren angegliedert.
Das Ziel der territorialen "Sortierung" konnte aber nicht konsequent umgesetzt werden. Am 01.01.1984 wurde die AWG "Albert Jentzsch" gegründet, die durch den Zusammenschluss der AWG "Aufbau", AWG "Rudolf Marek" und GWG Karl-Marx-Stadt entstand, über Bestände in allen Stadtbezirken verfügte.

Gegenwart - Wohngebiet Südlicher Sonnenberg

1990 bis heute

Neugründung, Sanierung und Modernisierung, Service rund ums Wohnen

Für die Genossenschaften ergab sich nach dem Wegfall der staatlichen Bevormundung die Chance zu den traditionellen Grundlagen der Selbstverwaltung zurückzukehren.

Der Neubeginn

1990 erfolgte die Umbennung der AWG "Albert Jentzsch" in die "Sächsiche Wohnungsgenossenschaft Chemnitz eG". Im Oktober des selben Jahres wurde die erste Satzung der SWG beschlossen.
Doch der Neubeginn war alles andere als einfach. Die größten Schwierigkeiten bereiteten die Anpassung der Mieten, die übernommenen Schulden sowie die Unsicherheiten bezüglich des Grundbesitzes. Weiteres Problem war der angestaute Sanierungs- und Instandhaltungsbedarf. Aufgrund der finanziellen Situation waren zu Beginn der 1990er Jahre zunächst nur Reparaturen möglich.

Sanierung und Modernisierung

Erst 1993 waren alle notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen. Die Schwerpunkte der Sanierungsmaßnahmen lagen in den ersten Jahren in den Siedlungen Ebersdorf und Kappel. Zu den ersten Objekten gehörte das traditionsreiche Genossenschaftsheim "Platner Hof". Seit Ende der neunziger Jahre wurden die Sanierungsmaßnahmen zunehmend auf die unterschiedlichen Bedürfnissen der Interessenten angepasst.

Heute - Immer in Ihrer Nähe

Heute sind 86% des Wohnungsbestandes umfassend saniert. Der Wohnungsbestand verteilt sich über 10 Chemnitzer Stadtteile und bietet für nahezu alle Ansprüche den passenden Wohnraum.
Um den direkten Kontakt zu unseren Mietern zu halten wurden vor Ort Servicebüros eingerichtet.
Zahlreiche Serviceleistungen, kundenfreundliche Öffnungszeiten, kompetente Mitarbeiter, die stets ein offenes Ohr für unsere Mieter haben, sorgen für unbeschwertes Leben und Wohnen in der Genossenschaft.

Die Geschichte in 78 Seiten

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Das Buch zu "100 Jahre Tradition" ist ab sofort in unserer Geschäftsstelle Dresdner Straße 80 und im Innenstadtbüro im Moritzhof erhältlich.

Die Chronik wurde mit zahlreichen Bildern illustriert. Zusätzlich finden Sie interessante Informationen zur Entwicklung der Stadt Chemnitz.